Esport-Namen, die man kennen muss: N0tail (Dota 2)

Vom verstoßenen Teammate zum Rekordmeister und bestverdienenden Esportler der Welt: Johan “N0tail” Sundstein ist eine absolute Legende der Esport-Welt.

Von den knapp 7 Millionen US-Dollar Preisgeld, die N0tail über die Jahre gewinnen würde, ahnte er wohl noch nichts, als er mit 15 Jahren als Talent in der Szene des Spiels Heroes of Newerth herausstach.

Aufgrund seines Talents wurde der Däne zusammen mit Tal “Fly” Aizik in das Team von Fnatic aufgenommen. Die beiden wurden als untrennbares Duo bekannt, während sie zusammen mit Fnatic in der HoN-Szene ordentlich aufräumten und ab dem Sieg bei der DreamHack Winter 2011 viele große Turniere gewannen.

Ein schneller Start in Dota 2

Mit dem schleichenden Ende von Heroes of Newerth musste sich das Team ein neues Spiel suchen. Also wechselten N0tail, Fly, der Deutsche Jascha “NoVa” Markuse und Adrian “Era” Kryeziu zu Valves großem Dota-Nachfolger.

In einer Zeit, in der die ganze Szene langsam wuchs, konnte das Team bei vielen Turnieren Preise abräumen oder zumindest unter den Top-Teas landen. Das Ziel war klar für N0tail und Fly: Der Sieg beim The International 2013. Mit einem Preispool von mehr als 2 Mio. US-Dollar war das Turnier schon damals das Größte im gesamten Esport.

Trotz eines enttäuschenden Ergebnisses wuchs N0tail, der auch als Big Daddy bekannt wurde, zu einem Fan-Liebling heran. Mit seiner postitiven Art legte er immer wieder Wert darauf, dass seine Mitspieler nicht nur gut waren, sondern dass sein Team gleichzeitig wie eine Familie funktionierte.

Von Hoffnung und Verrat

Als dann auch beim TI 2014 der Erfolg fernblieb, musste sich etwas ändern. N0tail und Fly wechselten zu Team Secret, wo sie auf den deutschen Dota 2-Star Kuro “KuroKy” Salehi Takhasomi trafen.

Als dieser Wechsel und auch der nachfolgende Wechsel zu Cloud9 nicht das erwünschte Zusammenhaltsgefühl oder die großen Erfolge brachten, entschieden sich die beiden, ein eigenes Team zu gründen. Nach dem TI 2015 enstand damit die Organisation OG, welche beim ersten Dota 2-Major in Frankfurt ihr Potential zeigen sollte.

Zusammen mit Amer “Miracle-” Al-Barkawi, David “MoonMeander” Tan und Andreas Franck “Cr1t-” Nielsen gewann das Team das Turnier und damit den Preis von mehr als einer Million US-Dollar. Darauf folgten 2016 und 2017 drei weitere Major-Siege.

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Entsprechend hoch waren die Erwartungen beim International 2017, der zweiten Weltmeisterschaft, an der das Team teilnahm. Nach dem frühen Aus im Vorjahr sollten sie 2017 endlich den Durchbruch schaffen. Doch wieder brach das Team unter dem Druck zusammen. Nach einer durchwachsenen Gruppenphase ereilte sie eine 0:2-Niederlage gegen LGD Gaming im Lower Bracket.

Statt sich wieder mit dem eigenen Team an die Spitze zu kämpfen, hat Fly im Mai 2018 genug: Zusammen mit Gustav “s4” Magnusson wechselt er zu den Evil Geniuses und lässt N0tail hinter sich, dessen schwache Carry-Performances scheinbar das langsame Ende seiner Karriere einläuteten. Ohne seinen langjährigen Freund schien seine Zukunft fraglich.

Das größte Esport-Comeback jemals

Statt dem Druck nachzugeben, bastelte Sundstein aus den Resten seines Teams als neuer Captain ein neues Roster mit den neuen Spielern Anathan “ana” Pham und Topias Miikka “Topson” Taavitsainen. Er selbst wechselte in die Rolle als Hard Support-Spieler.

Von dem neuen OG, das sich kurz vor The International 2018 zusammensammelte, erwartete niemand etwas, außer einem schnellen Aus. Doch wider Erwarten schafften sie es in der Gruppenphase, Favoriten wie PSG und Fnatic Matches abzuluchsen. Damit reichte es sogar für einen Platz im Upper Bracket.

Nach einem weiteren Sieg in der ersten Runde der Playoffs stand dann die wohl größte Überraschung des Turniers auf dem Plan: N0tail musste gegen seinen alten Freund und nun Erzrivalen Fly antreten. Entgegen aller Erwartungen spielten sich die OG-Spieler in einen Rausch und gewannen die Serie mit 2-1. Der darauffolgende Handshake beschrieb N0tails Stimmung wohl besser, als Worte es jemals könnten:

Mit dem Sieg endete der Lauf des Underdog-Teams aber nicht: OG gewann danach zweimal in Folge gegen PSG.LGD in unglaublich spannenden Best-of-3 und Best-of-5-Matches. Damit war OG Sieger von The International 2018.

Nach einer längeren Pause trat das Team dann ohne viele Worte erneut bei The International 2019 an. Noch nie hatte ein Team zuvor das größte Esport-Turnier der Welt mehr als einmal gewonnen. Und OG zeigte von Anfang an, dass sie das Zeug dazu hatten.

In der Gruppenphase überrollten sie die Konkurrenz und gaben insgesamt nur zwei Runden ab. Im Upper Bracket gewannen sie erst gegen Big Daddys alte Organisation Team Secret, um danach erneut gegen die Evil Geniuses und damit Fly zu gewinnen.

Im Finale tafen sie dann auf Team Liquid, die Sieger von 2017 mit Kuroky, N0tails ehemaligem Mitspieler. Dieses Best-of-5 gewann OG mit einem dominanten 3-1. Damit waren sie auf einen Schlag das erfolgreichste Team aller Zeiten, und N0tail war ihr Captain.

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Bildquelle: Valve


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